Wie oft hört man von “schwarzer Magie” oder “weißer Magie”, von den Guten und den Bösen, von Himmel und Hölle, etc. Doch wer entscheidet eigentlich, was positiv ist und was negativ? Gibt es “schwarze Magie” überhaupt? Gibt es die Hölle, oder ist das nur eine Erfindung?
Es ist wirklich hochinteressant. Vor zwanzig Jahren, ja sogar vor zehn Jahren hätte sich kaum einer getraut, öffentlich von Jenseitskontakten zu reden. Damals, 1993, war die Sendung “Stimmen aus dem Jenseits – Menschen, die mit Toten reden” (RTL, Hans Meiser), die aufgrund meiner Zuschrift produziert wurde, schon etwas besonderes. Da ging es keineswegs um schwarze und weiße Magie, sondern nur um die Tatsache an sich. Die Zahl der Leute, die so etwas durchführten, war sehr übersichtlich. Heute ist es so, dass in jeder Straße irgendein Magier sitzt, der sich meist der “weißen Magie” rühmt, Hände auflegt um zu heilen und eventuell um das Böse auszutreiben. Der Kontakt zu Verstorbenen oder besser noch zu Engeln ist zum Volkssport geworden. Weiß natürlich! Wer was anderes behauptet, ist tiefschwarz!
Es besteht hier jedoch eindeutig Klärungsbedarf, wie mir scheint. Wir wissen alle, dass Strom gelb ist, aber Magie – oder Energie in Verbindung mit Information ist schwarz oder weiß? Wieso nicht auch gelb? Wenn man sich einmal Gedanken darüber macht, stellt man sehr schnell fest, dass es doch grundsätzlich relativ ist, oder? Es hängt doch immer von der Sichtweise des Betrachters ab, ob etwas gut oder böse ist. Für einen “Schwarzmagier” ist das eigene Tun doch immer “weiß”, oder? Es ist für ihn völlig legitim. Also wird sich wohl nahezu jeder “Schwarzmagier” (aus unserer Sicht) als “weißer Magier” (aus seiner Sicht) präsentieren und das Schönste ist, dass wir auch noch beide Recht haben! Das erinnert mich direkt an Schrödingers Katze! Die ist ja auch gleichzeitig tot und lebendig…
(Google ist Dein Freund, für alle, die dieses Gedankenexperiment aus der Quantenphysik nicht kennen).
Natürlich wissen wir trotzdem was “gut” und “böse” ist. Wir haben ein Wertesystem geschaffen, dass auch notwendig ist, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Das sind Gebote und Paragraphen. Manche sehr wertvoll, manche so wertlos wie ein Kropf. Das DEFINIERT also, was wir als gut und was wir als böse anzusehen haben. Doch bleibt es definitiv ein Konstrukt. Was machen wir aber ohne diese Definitionen? Oder noch besser, wer hat zu entscheiden was “gut” und was “böse” ist, was “schwarz” und was “weiß”, wenn es um Dinge geht, die nicht in Gesetzbüchern stehen?
Stellen wir uns einfach einmal vor, dass wir jemanden geheilt hätten. Da es ein Hypnoseblog ist, mit Hypnose. Supertoll! Wirklich? Wer sagt mir, dem Hypnotiseur, ob ich hier eine gute Tat vollbracht habe? Vielleicht habe ich dem Kranken eine wichtige Erfahrung in seinem Leben genommen? Vielleicht aber auch nicht. Die Heilung kann also schwarz oder weiß, entsprechend unserem Wertesystem sein. Verstanden?
Nun gibt es Menschen, die entscheiden einfach, ob etwas oder jemand “schwarz” oder “weiß” ist. Manchmal berufen sich diese Menschen auf “Obrigkeiten” wie “Engel” oder irgendwelche “höheren Wesen”. Das ist dann die Königsdisziplin und es gibt so viele, die darauf hereinfallen… Anstatt sich selbst zu befragen und bei sich selbst nachzuhören, läuft man der “Obrigkeit” und deren selbst ernannten Vertretern hinterher. So kann man ja wunderbar die Verantwortung abgeben! So, wie es gerade bei Loveparade passiert. Keiner will die Verantwortung haben.
Ist es denn wirklich so schlimm, Verantwortung zu übernehmen für seine eigenen Entscheidungen? “Vor wem?” werden sich vielleicht manche fragen. Nun, vor sich selbst, oder? Ich bin niemandem verantwortlich, nur mir selbst. Ich muss meine Entscheidungen mit mir selbst ausmachen und nicht mit einer Obrigkeit. Wenn ich jedoch entscheide, die Entscheidungen abzugeben und ab sofort am “schwarz/weiß”-Denken teilzunehmen, dann bin ich auch nicht mehr ich selbst, oder? In diesem Moment bin ich Sklave, oder Roboter. Hoppla… Ist das nicht eine der Urängste, die Menschen manchmal haben, wenn man sie hypnotisieren will? So sind wir wieder beim Thema!
Ist Hypnose jetzt eigentlich schwarz oder weiß?
Denkt mal darüber nach! Aber eins gebe ich euch mit: Wer jemanden als schwarz bezeichnet, ist selbst schwarz – in meinem Wertesystem.
Wie sollte er denn sonst erkennen können wollen, was schwarz ist…