Wolfgang Künzel vs. James Braid
Am 17.06.2010 wurde ich in unserem Forum darauf hingewiesen, dass ich eine große Ähnlichkeit mit James Braid hätte, woraus man schließen könnte, dass ich möglicherweise tatsächlich in einem früheren Leben eine der größten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Hypnose gewesen sein könnte. Naja… im ersten Moment fand ich die Idee ja absolut absurd. Stell’ Dir einfach mal vor, jemand kommt zur Tür hineinspaziert und erklärt dir, dass du möglicherweise die Wiedergeburt einer berühmten Persönlichkeit bist. Sofort habe ich mich zurückerinnert an eine “Arabella”-Sendung bei PRO7, in der Nofretete, Cleopatra, Mozart, Schiller & Co. anwesend waren. Ich war entsetzt damals… Aber auch an eine Rückführung in Hypnose, die Enrico Caruso zum Vorschein brachte. Der junge Mann hat sogar eine italienische Arie in meinem Wohnzimmer geschmettert (siehe auch mein Buch “Schlaf! Klassische Hypnose lernen“). Also grundsätzlich gesehen ist es dann doch nicht so absurd, oder? Geht man vom Reinkarnationsgedanken aus, der in nahezu allen Religionen verankert ist (übrigens ursprünglich auch im Christentum), wäre es ja grundsätzlich möglich. Die Wahrscheinlichkeit eine Person des öffentlichen Lebens gewesen zu sein, ist ja grundsätzlich genauso groß wie die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Reisbauer in China war. Also habe ich Spaßeshalber ein paar Fotos gegenübergestellt:

Foto Wolfgang Künzel: Copyright Die Hypnoseakademie

Foto Wolfgang Künzel: Copyright Bernhard Huber
Najaaaa…. Eine gewisse Ähnlichkeit ist ja nicht aus der Luft gegriffen.
Dann habe ich mich etwas näher mit James Braid befasst. Er war Schotte…. - tja, wie war das? Xenoglossie nennt man das, wenn man Sprachen spricht, die man nie zuvor gelernt hat. So wie ich mit 15 Jahren bei Sprachferien in England einen derartigen schottischen Dialekt gesprochen habe, dass mir die Engländer zunächst meine deutsche Herkunft nicht geglaubt haben und nach Vorzeigen des Passes total entsetzt waren. Ich habe das auf eine mir bekannte Inkarnation in Schottland um 1500 herum geschoben, aber wer sagt, dass es nicht mehrere waren? Ein Indiz.
James Braid war Chirurg und Augenarzt. Interessanterweise hat mich die Medizin, bzw. die Physiologie schon als Kind extrem interessiert. Naturwissenschaften waren mein Steckenpferd und auch schulisch war ich im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig des Gymnasiums. Interessant, aber natürlich kein Beweis. Interessanter sind hier möglicherweise andere Indizien. So mein Interesse an der Hypnose, seit meiner Kindheit und das ich völlig ohne Probleme, jedoch ohne Lehrer, vor über fünfundzwanzig Jahren das Hypnotisieren erlernt und fleißigst hypnotisiert habe. Aber auch speziell zu James Braid gibt es Indizien. Es heißt, James Braid habe den Begriff “Hypnose” erfunden. Ich bin vor längerer Zeit schon darauf gestoßen, dass das falsch ist. Siehe hierzu “Die Geschichte der Hypnose“:

Das Wort “Hypnose” wurde NICHT von James Braid erfunden. Doch wer kommt auf die Idee, Dinge zu hinterfragen, die als selbstverständlich gelten? Vielleicht jemand, der unbewusst weiß, dass es einfach falsch ist?
Dann habe ich mir die Mühe gemacht und ein einen großen Teil seines Werkes “Neurypnology - or the rationale of the nervous sleep considered in relation with animal magnetism” gelesen. Laut Wikipedia soll Braid 1841 das erste Mal mit dem Hypnotiseur Lafontaine in Kontakt gekommen sein. Ungefähr 1 1/2 Jahre später hätte er das vorgenannte Werk veröffentlicht. Das ist doch etwas ungewöhnlich. Es erinnert mich zwar an viele Schüler, die nach dem Grundseminar Hypnose bei mir eine Hypnoseschule eröffnen und so zum Boom der Hypnoseschulen in Deutschland beitragen (eine Homepage kann heute jeder auf einen Server laden…), jedoch schätze ich Braid aufgrund des Inhalts etwas anders ein. Denn allein die vielen Beispiele aus seiner praktischen Arbeit UND gleichzeitig die völlig andere Technik, also der Fixationsmethode (La Fontaine war ein Mesmerist, der keine Fixationsmethode kannte), lassen mich sehr zweifeln, ob diese Informationen so richtig sind. Hier ist auf jeden Fall noch Bedarf der Nachprüfung.
Doch eine Sache hat mich dann auf jeden Fall schmunzeln lassen, bzw. zunächst ein entschiedenes “Das gibt’s doch nicht!” entlockt. Als ich dieses Jahr mein Buch “Schlaf!” veröffentlicht habe, wusste ich noch nicht, dass ich mir kurz darauf das Buch “Hypnotismus und Spiritismus” von Prof. Dr. med. Lapponi, Leibarzt des Papstes Pius X. und Leo XIII. zulege. In der Abhandlung über die Geschichte der Hypnose finde ich plötzlich:

Naja… darüber werde ich jetzt mal nachdenken.
Alles in allem ist das furchtbar spannend. Wer weiß was noch herauskommt? Ich sollte einfach einmal die Orte in Schottland besuchen. Bis dahin finde ich es witzig und interessant - ohne es zu werten. Sagen wir mal “interessante Zufälle und Übereinstimmungen” dazu. Oder doch mehr? Es darf sich jeder sein eigenes Bild machen und seine eigene Meinung bilden.
Mein favorisierter Seminarraum im Ausbildungszentrum Arnstorf heißt übrigens schon immer “James Braid”…

Mehr zum Thema gibt es auf folgenden englischsprachigen Seiten:
www.johnadams.net und www.iisis.net
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